Grußwort unseres Spitzenkandidaten zur Landtagswahl, Christian Leye

Unser Spitzenkandidat Christian Leye war heute Vormittag bei der Kundgebenden der Streikenden in der Systemgastronomie in Dortmund. Er hat den Streikenden bei McDonalds, Burger King, Vapiano und Starbucks die Solidarität der LINKEN NRW und seines Bochumer Kreisverbandes überbracht. Hier der Wortlaut seines Grußwortes an die Streikenden.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich bringe Euch die solidarischen Grüße an die Beschäftigten bei McDonalds, bei Burger King, bei Vapiano, bei Starbucks, bei Nordsee, bei Tank und Rast, bei Auto Grill, bei Kentucky Fried Chicken. Wir unterstützen Euren Warnstreik, weil es einfach richtig ist, dass Ihr jetzt auf der Straße steht! Ihr erarbeitet die Traumprofite für die Konzerne, bei denen ihr beschäftigt seid! Wenn die Aktionäre morgens im Bett bleiben, dann passiert nichts, aber wenn ihr nicht zur Arbeit geht, dann werden keine Burger gebraten, keine Pizzen belegt oder keinen Kaffee rausgeben, dann steht der Laden still. Die Traumprofite werden von Euch und euren Kollegen erarbeitet, die kommen nirgendwo anders her! Und es ist deshalb eine Unverschämtheit, dass euch die Konzerne nach drei Verhandlungsrunden drei Cent über dem Mindestlohn anbieten! Ja die betteln ja richtig um einen Arbeitskampf! Und wenn ich mich hier so umschaue, dann habe ich das Gefühl, dass sie den auch bekommen können. Ich bin mir sicher: die Konzerne haben sich mit den Falschen angelegt!
Wenn man Euch erzählt, wir sitzen alle im selben Boot, dann glaubt denen nicht! Wo sitzt Ihr denn mit den großen Konzernen im selben Boot? Die Wahrheit ist: ihr sitzt in einem Ruderboot, und die Konzerne und ihre Aktionäre lassen sich von Euch auf einem Luxusdampfer durchs Meer ziehen! Und auf dem Luxusdampfer feiern die eine Party, zu der ihr nicht eingeladen seid. Und die Party wird jedes Jahr größer und bunter, und für Euch soll es nur drei Cent über dem Mindestlohn geben! Und deswegen müsst Ihr auch für gute Löhne kämpfen, gerade weil Ihr nicht im selben Boot sitzt!
Und dafür braucht Ihr eine starke Gewerkschaft. Aber die Politik hat auch eine Aufgabe! Und viel zu lange wurde eine Politik betrieben, die die Unternehmen stärkt, indem sie die Beschäftigten schwächt! Ich will Euch eine Geschichte erzählen, von einer Freundin von mir. Die hat auch in der Gastronomie gearbeitet, sie war befristet eingestellt. Ein taffe junge Mutter, alleinerziehend, ihr Kind geht noch in die Kita und es hat eine selten Stoffwechselkrankheit und muss deswegen öfter mal zum Arzt. Und 14 Tage vor dem Ende der Befristung hat ihr Chef ihr gesagt, dass ihr Vertrag nicht verlängert wird. Und der hatte die Frechheit ihr zu sagen, dass der Vertrag nicht verlängert wird, WEIL sie alleinerziehend ist und WEIL sie mit ihrem Kind zum Arzt muss. Da krieg ich so einen Hals! So eine Frechheit können sich die Unternehmen nur trauen, weil man die Beschäftigten seit Jahren in die Ecke gedrängt hat, weil es viel zu viele befristete Stellen gibt, weil es viel zu viel Leiharbeit gibt, weil Beschäftigte Angst vor Hartz IV und den Schikanen auf dem Amt haben. Ja solche Gesetze schwächen doch die Beschäftigten und solche Gesetze stärken doch die Unternehmen! Wegen solchen Gesetzen traut sich der Chef einer jungen Frau zu sagen, dass sie ihre Arbeit in 14 Tagen verliert, weil sie alleinerziehend ist und mit ihrem Kind zu Arzt muss! Und solchen Schweinereien muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden!
Und im Moment wird wieder viel über soziale Gerechtigkeit geredet, und es ist dringend notwendig, dass nicht nur geredet wird, weil wieder einmal Wahlkampf ist! Wir müssen die Menschen aus dem Niedriglohnsektor rausholen! Die Agenda 2010 muss zurück genommen werden, damit die Menschen, die arbeiten gehen, nicht mehr so erpressbar sind durch die Unternehmen! Leiharbeit dient der Lohndrückerei, sowas gehört verboten! Das gleiche gilt für sachgrundlose Befristung, wieso ist sowas eigentlich legal in Deutschland? Und es braucht einen Mindestlohn, der wirklich ein Mindestlohn ist, und da reden wir über 12 Euro, alles darunter führt direkt in die Altersarmut! Kolleginnen und Kollegen, wenn es so einen Mindestlohn heute gäbe, dann würdet Ihr heute über ganz andere Löhne mit Euren Konzernen diskutieren!
Kolleginnen und Kollegen, Partei kommt von parteiisch und wir stehen parteiisch an Eurer Seite, wenn Ihr für höhere Löhne kämpft, und wir stehen parteiisch auf der Seite der Menschen die im Ruderboot sitzen und die Luxusdampfer übers Meer ziehen! Deshalb wünsche ich Euch alles Gute für Eure Tarifauseinandersetzung!